Die armen Geldscheine
Als das Geld auftauchte, betrachtete es vielleicht der eine oder andere mit Misstrauen. Denn eigentlich taugte es zu nichts anderem als zum Tausch gegen Waren und hatte an sich keinen Nutzen, sodass viele befürchteten, es könnte ihnen für ihre Arbeit oder ihre Waren als „schwarzer Peter“ bleiben.
Aber das ist schon lange her. Heute nehmen wir es alle gerne an. Denn heute vertrauen wir ihm. Wir glauben, dass derjenige, der es hat, dafür auch etwas Gewünschtes bekommt. Und deshalb mögen wir es.
Aber mögen wir es zu Recht? Das überlasse ich Ihrer Beurteilung, nachdem Sie die folgenden Zeilen gelesen haben.
Geld hat seinen Wert, der offiziell nicht in Frage gestellt wird. Doch er ist in Frage zu stellen. Denn es gibt die seit langem bekannte Inflation. Und auch wenn unter den Kommunisten in einem Witz gesagt wurde, dass wir bei uns keine Inflation hätten, sondern dass einfach alles immer teurer und teurer werde, ist es doch wahr, dass sie uns unser ganzes Leben lang begleitet. Finden Sie doch einfach heraus, was Sie sich in Ihrer Kindheit, in Ihrer Jugend und heute für denselben Betrag an Kronen kaufen konnten, was man vor einem Monat, vor einem Jahr und vor zehn Jahren oder zu irgendeinem anderen Zeitpunkt für denselben Betrag bekommen konnte. Natürlich gibt es auch Waren, die im Laufe der Zeit billiger werden, aber insgesamt gesehen wird alles immer teurer. Und das muss dadurch ausgeglichen werden, dass wir immer höhere Beträge verdienen und uns die Finanzinstitute (manchmal) sogar Zinsen anbieten. Oder sie verlangen sie umgekehrt bei Krediten.
Es kommt zu Währungsabwertungen. Auch das haben wir persönlich bei uns erlebt, in den letzten Jahren der Tschechoslowakei. Und die Slowaken auch nach dessen Zerfall.
Es gibt auch Währungsreformen, bei denen es zu solchen Veränderungen kommt, bei denen die meisten Menschen in der Regel den Wert ihres angesparten Geldes verlieren. Manchmal teilweise, manchmal ganz. Bei uns erinnern sich manche Menschen daran aus dem Jahr 1953.
Manchmal bricht die Währung dann im Grunde von selbst zusammen. Was ist zum Beispiel mit der deutschen Reichsmark nach dem Krieg?
Manchmal versucht man zwar, sie durch eine Denominierung zu retten, also durch das plötzliche Streichen einiger der vielen Nullen auf den entwerteten Banknoten, wie es vor Jahren beispielsweise in Russland oder Polen geschah. Aber das ist nur eine kosmetische Maßnahme für entwertetes Geld.
Es gibt einfach eine ganze Reihe von Dingen, die beliebtes Geld in etwas Fragwürdiges verwandeln. So fragwürdig, dass es eigentlich ein wenig verwunderlich ist, wozu manche Menschen dennoch für dieses Geld fähig sind.






